Jan. 8, 2019
Ein PIM-Verfahren, bei dem pulverförmige Metalle mit einem thermoplastischen Kunststoffbinder zu einem spritzfähigen Compound vermischt werden, wird Metallspritzgussverfahren (MIM) genannt.
Die pulverförmigen Metalle bilden den sogenannten Feedstock. Der Feedstock kann im Kunststoffspritzgussverfahren verarbeitet werden. Der Kunststoffspritzguss ermöglicht die kostengünstige Fertigung von mittleren bis großen Losgrößen bei mittlerer bis hoher Komplexität.
In einem zweiten Prozessschritt wird das gespritzte Formteil entbindert – der Binder dem Spritzteil entnommen.
Im dritten Prozessschritt wird das entbinderte Formteil gesintert.
Mit diesem Verfahren können Dichten 99,95 % und höher gegenüber Kompaktmaterialien erreicht werden. Material- und mechanische Eigenschaften des Fertigteils sind vergleichbar mit den korrespondierenden Kompaktwerkstoff.
Das MIM-Verfahren ist äußerst wettbewerbsfähig gegenüber standard spanabhebenden mehrstufigen Fertigungsprozessen wie Fräsen, Bohren, Schleifen, usw.
Referenzbeispiele für MIM-Anwendungen sind: Gehäuse für Edelstahlarmbanduhren, Anwendungen in der Luftfahrttechnik, der Textilindustrie, Medizintechnik und vieles mehr.

Jan. 28, 2019
Ein Formteil bei dem die Integration von elektronischen, optischen und mechanischen Funktionen gegeben ist, wird als MID Formteil bezeichnet.
MID steht dabei als Abkürzung für Molded Interconnected Device. In neuerer Fassung wird die Abkürzung ebenfalls für Mechatronic Integrated Device heran gezogen.
Im Bereich der Kunststofftechnik wird zur Herstellung eines MID Formteils zuerst ein Formteil aus einem Thermoplast mit speziellen Additiven hergestellt. Damit sind die optischen und mechanischen Gegebenheiten erfüllt.
Über unterschiedliche Verfahren (z.B. dem LDS Verfahren) werden die Additive im Kunststoff aktiviert, so dass eine Metallisierung der aktivierten Bereiche möglich wird.
Nach der Metallisierung können auf die so hergestellten Leiterbahnen SMD Bauteile aufgebracht werden, um eine elektronische Schaltung zu realisieren.
Die MID Technik findet Ihre Anwendung im Bereich der Antennentechnik für mobile Kommunikation.

MID-Demonstrator-Modell mit LED Anzeige und Sensorpunkten.
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Okt. 13, 2020
Im Spritzguss schwindet der Kunststoff während dem Abkühlen.
Um diese Schwindung zu kompensieren wird nach der volumetrischen Formfüllung weiterhin Material in die Kavität gedrückt.
Die Phase in der die Schnecke weiterhin Druck auf die Schmelze ausübt, wird Nachdruck bzw. Nachdruckphase genannt.
Die Nachdruckhöhe und Nachdruckzeit ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Überladung ist die Folge von zu viel Nachdruck.
Zu wenig Nachdruck kann zu Einfallstellen, Vakuolen und großer Schwindung führen.
Oft wird der Nachdruck in einem abgestuften Profil aufgebracht.

Vorwärtsbewegung der Schnecke in der
Nachdruckphase
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Nov. 29, 2018
Um die Schwindung zu kompensieren ist es notwendig nach 100% Formfüllung weiter Material in die Kavität zu bringen.
Die Länge der Nachdruckzeit (Grüne Linie im Zeit-Druck-Diagramm) muss so gewählt werden, dass der Siegelzeitpunkt des Anschnitts erreicht wird.
Bei einer zu geringen Nachdruckzeit steigt die Gefahr von Einfallstellen und Vakuolen.
Gleiches gilt, wenn nach Erreichen des Siegelzeitpunktes noch schmelzeflüssige Bereiche im Formteil vorhanden sind.

Jan. 15, 2020
Ein Prozess bei dem pulverförmige Materialien mit hohem Schmelzpunkt (>1.000°C) mit thermoplastischen Bindermaterialien zu einem spritzfähigen Compound gemischt werden wird als Pulverspritzgussverfahren (PIM) bezeichnet.
Das pulverförmige Material hat hierbei vorzugsweise eine globulare Form und Korngrößen von 15µm bis 20µm. Der Binder umschließt das Korn.
Volumenanteile: Binder mehr als 20 % / Materialpulver weniger als 80 %. Die Mischung Pulver und Binder nennt man Feedstock.
Das PIM-Verfahren ist ein mehrstufiges Verfahren bei dem der Spritzgussprozess der erste Verfahrensschritt darstellt.
Beim folgenden Prozessschritt, dem Entbindern, wird der Binder aus dem spritzgegossenen Teil entfernt.
Der dritte Verfahrensschritt ist das Sintern. Im Sinterprozess wird die verbleibende Pulverstruktur zu einem kompakten Bauteil gesintert. Hierbei werden die einzelnen “Körner” an den angrenzenden Randschichten miteinander verschmolzen. Es können Dichten von 99,95 % und mehr, gegenüber Kompaktmaterialien erreicht werden (z.B.: vergleichbarer Walzstahlblock).
Mechanische und andere wichtige Material-Eigenschaften sind vergleichbar mit Kompaktmaterialien.
Dieses Verfahren wird vorzugsweise bei mittleren bis großen Fertigungslosen mit durchschnittlicher bis hoher Komplexität eingesetzt.
Das Pulverspritzgussverfahren ist besonders wettbewerbsfähig gegenüber komplexeren spanabhebenden Fertigungsverfahren, wie Fräsen, Bohren, Schleifen, usw.
Beispiele für überzeugende und erfolgreiche Verfahrensanwendungen des PIM-prozesses sind: Gehäuse für Edelstahl-Armbanduhren, Keramikmahlwerke, Düsen für Hochdruckstrahlgeräte, medizintechnische Anwendungen und vieles mehr.
Spritzgießprozess: Fertiges MIM-
Teil inkl. Oberflächenbehandlung.
Spritzgießprozess: Keramik-Mahlscheibe aus einer Serienanwendung.
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Metallpulverspritzguss (MIM)
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