Heißkanalsystem

Um die geschmolzene Kunststoffmasse vom Spritzgussaggregat durch das Werkzeug zum Formteil zu fördern verwendet man ein Heißkanalsystem.
Dieses besteht mindestens aus einer Angussbuchse, dem Verteilerbalken und einer oder mehreren Heißkanaldüsen.
Um eine gleichmäßige Temperaturführung zu gewährleisten werden die einzelnen Komponenten mit Heizungen versehen, die mittels eines geeignetem PID – Reglers temperiert werden. Das System ist hingegen vom Werkzeug thermisch entkoppelt, so dass es einen homogenen Wärmehaushalt im Heißkanalsystem gibt.
Vorteile für die Verwendung eines Heißkanalsystems liegen, z.B. bei der Einsparung von Material oder der Reduzierung der Zykluszeit.

Es gibt verschiedene Varianten von Heißkanalsystemen.
Das einfachste ist das Heißkanalsystem mit thermischen Verschluss.
Am Ende der Einspritzzeit (inklusive der Nachdruckzeit) kühlt die Masse, durch Wärmeübergang in das kältere Werkzeug, an der Spitze leicht ab. Die Fließfähigkeit des Kunststoffes nimmt ab und es entsteht der „thermische Verschluss“, der ein Nachlaufen der Masse verhindert.

Sehr häufig wird das Heißkanalsystem mit Nadelverschluss verwendet.
Es besteht zusätzlich aus der Verschlussnadel, die mittels eines Zylinders (hydraulisch, oder pneumatisch) betätigt wird und somit den Fluss der Schmelze in die Kavität freigibt, oder verhindert.
Vorteile für die Verwendung eines Heißkanalsystems mit Nadelverschluss ist das steuerbare Füllen des Bauteils und das der Abrisspunkt ohne einen Restzapfen gestaltet sein kann.

Heißkanalsystem - Kunststoffbranche - HFT
Heißkanalsystem - Kunststoffbranche - HFT
Abbildung 1: Heißkanal: Heißkanalsystem mit thermischen Verschluss
Abbildung 2: Heißkanal: Heißkanalsystem mit Nadelverschluss

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Heizband

Um den Schmelzekanal im Bereich von der Düse bis zur Kavität auf die Verarbeitungstemperatur zu bringen bzw. dort zu halten, werden Heizbänder in Heißkanalsystemen eingesetzt.
Das Heißkanalsystem besteht in der Regel aus einem Verteilerbalken und einer oder mehreren.
Heißkanaldüsen.
Die Temperatur des jeweiligen Heizbands wird in Kombination mit einem Sensor und einem angeschlossenen.
PID-Regler gehalten.
Das Ziel dabei ist eine möglichst homogene Temperaturverteilung im Schmelzekanal zu erhalten.

Heizband Kunststoffbranche

Heißkanal: Mehrere Heizbänder umwickeln die Heißkanalkomponenten.

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Herschel

Friedrich Wilhelm Herschel wurde 1738 in Hannover (Deutschland) geboren und starb 1822 in Slough (England).
Seit 1770 beschäftigte er sich mit dem Bau von astronomischen Geräten und entdeckte 1781 den Planeten Uranus in unserem Sonnensystem.
Im Laufe der Zeit erstellte er einen Katalog mit mehr als 2500 Eintragungen nebliger Objekte und Doppelsterne.
Auf der Suche nach Materialien mit besseren optischen Eigenschaften entdeckte er im Jahr 1800 die Infrarotstrahlung,
indem er Sonnenlicht durch ein Prisma lenkte und mit einem Thermometer hinter dem roten Ende des sichtbaren Spektrums einen weiteren Temperaturanstieg erkannte.
Er schloß daraus, dass dort eine unsichtbare Form von Energie wirken müsse.
Heute nutzen wir Infrarot-Kameras um die Wärmestrahlung von z.B. Kunststoffteilen aufzunehmen und bewerten damit die Qualität der hergestellten Teile.

Herschel - Kunststoffbranche

Büste von Wilhelm Herschel

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Hinterspritzen

Im Spritzguss wird häufig mit Einlegeteilen gearbeitet, um ein Formteil herzustellen.
Das Einlegeteil wird zuerst in die Kavität gelegt und anschließend Kunststoff auf einer Seite eingespritzt.
Daraus leitet sich die Bezeichnung „Hinterspritzen“ für dieses Verfahren ab.

Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Materialien durch die heiße Schmelze in der Regel feste Verbindungen eingehen.
Ein alternatives Verkleben von zwei Komponenten ist damit überflüssig.
Besonders häufig wird das Verfahren für Folien als Einleger verwendet.
In diesem Fall ist das Verfahren auch unter dem Namen Folien-Hinterspritzen zu finden.
Wichtig ist es auf die Verarbeitungstemperaturen zu achten, da das Aufschmelzen des Einlegeteils nicht oder nur partiell erwünscht ist.

Hinterspritzen - Kunststoffbranche

Spritzgießprozess: Der Fahrradhelm wird durch Hinterspritzen der Polycarbonat-Schale mit Styropor hergestellt.

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Verkleben

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Höhenmessgerät (digital)

Ist die Bestimmung der Höhe an einem Formteil zu einer Grundplatte erforderlich wird dazu ein Höhenmessgerät eingesetzt.
Neben der Höhenmessung kann das Gerät auch zur Markierung von zu bearbeitenden Teilen eingesetzt werden.
In diesem Fall ist der Zeiger geschärft und dient als Reißnadel.
Das jeweils ermittelte bzw. eingestellte Maß wird in der Regel über eine LCD Anzeige dargestellt.
Zu beachten ist, dass das Höhenmessgerät auf eine saubere und ebene Platte aufgesetzt wird.

Höhenmessgerät (digital) - Kunststoffbranche

Messtechnik: Höhenmessgerät auf einer Grundplatte zur Bestimmung der Höhe eines Kunststoffteils.

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